DIY: Dreistöckige Semi-Naked-Cake Hochzeitstorte

DIY: Dreistöckige Semi-Naked-Cake Hochzeitstorte

Dieser eine Moment, wenn man als ambitionierter Hobby-Bäcker auf einmal die Frage aller Fragen gestellt bekommt:

Willst du unsere Hochzeitstorte backen?

hmmmmm

Es muss auch nichts Besonderes sein, Hauptsache sie schmeckt gut!

hmmm

Und bitte ohne Buttercreme, die mögen wir nicht so gerne.

Ok, ich bin dabei! Denn wer mich kennt, der weiß, dass ich reine Buttercremetorten auch nicht sonderlich gerne mag – vor allem, wenn sie wie bei einigen Konditoren leider nur mit Pasten aromatisiert und mit einem Hauch zu viel Lebensmittelfarbe „appetitlich“ gemacht wird. Und somit stand ich plötzlich vor der Herausforderung, eine Hochzeitstorte selbst zu backen.

Mein optisches Ziel war schnell festgelegt: Es sollte natürlich und sommerlich werden. Da auch Fondant für mich zu den klassischen „künstlichen“ Tortenzutaten zählt, habe ich mich für die Ausgarnierung als Semi-Naked-Cake entschieden. Und das Ganze bitte direkt aufeinandergestapelt und nicht auf einer Etagere.

Also ging der Backmarathon los und ich habe begonnen, die verschiedensten Tortenböden und Cremes zu testen – auf Geschmack, Aussehen und Eignung für mein Tortenprojekt. Hierbei möchte ich mich natürlich bei meinen lieben Testessern bedanken, die mir über Wochen hinweg beim Aufessen dieser Tortenmassen geholfen haben. Gebacken habe ich allerdings nie eine ganze Torte, sondern stets nur ein – und einmal zum Testen der Stapelbarkeit – zwei Stockwerke.

Hierbei bin ich allerdings auf ein klitzekleines Problem gestoßen, denn ich merkte: Buttercreme ist bei einem Naked Cake schwer ganz zu vermeiden. Denn ich wollte ein weißes Finish, welches sich zudem auch leicht dünn auftragen und teilweise wieder abziehen lassen kann. All dies erfüllte die „Swiss Meringue Buttercreme“ welche ich bei Kuchenfee Lisa auf ihrem YouTube-Kanal entdeckte (sie nennt sie allerdings Italienische Buttercreme). Und da ich diese Buttercreme nur für einen schmalen Streifen am Rand und für die dünne äußere Schicht verwenden wollte, habe ich schließlich (zusammen mit den Testessern und dem Brautpaar) beschlossen, diese zu verwenden.

Denn im Inneren konnte ich durch diese kleine „Ummantelung“ jeweils eine komplett andere Füllung verstecken. Hierbei gab es in der untersten Etage eine dunkle Schokoladenganache mit Himbeeren, in der mittleren Etage eine Mango-Frischkäse-Creme mit Thymian und obendrauf eine Creme aus weißer Schokolade mit Erdbeeren und Basilikum. Also viel Schokolade, noch mehr Früchte, ein wenig frische Kräuter und keinerlei Butter.

Für den Boden habe ich mich für einen sogenannten „Wunderkuchen“ entschieden, denn dieser ist eine Art Mischung aus Biskuit und Rührkuchen, denn er ist fluffig und zugleich stabil – und somit bestens geeignet für das Übereinanderstapeln.

Gestapelt werden mussten drei Etagen, denn es wurden etwa 60 Gäste erwartet, weshalb ich grob kalkuliert habe und mich für die Formgrößen 12, 18 und 24 cm entschieden habe. Vor allem die oberste Torte mag nun vielleicht recht klein erscheinen, doch die Torte war auf jeden Fall ausreichend, obwohl sie zum Kaffeetrinken und nicht als Dessert oder Mitternachts-Highlight serviert wurde.

 

Wenn man eine Hochzeitstorte backen will, dann ist das gut zu haben:

Für einige dieser nützlichen Gegenstände habe ich euch auch direkt Beispielprodukte auf Amazon herausgesucht, dazu einfach auf die entsprechenden Verlinkungen drücken*.

  • Aufgrund der vielen Ei-Aufschlag-Vorgänge auf jeden Fall eine riesige Erleichterung: Eine Küchenmaschine. Zur Not tut es auch das Handrührgerät, aber damit braucht ihr vermutlich etwa doppelt solange für alles.
  • Zusätzlich ein Handrührgerät: Das kann nie schaden und Cremes, die nicht lange aufgeschlagen werden müssen rühre ich persönlich gerne per Hand an.
  • Einige Silikonschaber, dann muss man nicht ständig abwaschen
  • Ebenfalls einige (Rühr-)Schüsseln für die verschiedenen Cremes
  • Einen Topf für das Wasserbad. Hier sollte, wenn der Topf mit etwa 5 cm mit Wasser gefüllt ist, eine Metall-Rührschüssel (oder notfalls ein kleinerer Topf) so darüber gehängt werden können, dass der Schüsselboden nicht das Wasser berührt.
  • Eben genannte Metall-Rührschüssel oder ein kleinerer Topf
  • Ein kleiner beschichteter Topf
  • Schneebesen
  • Reibe für Zitronenschale
  • Ein scharfes, großes Messer zum Tortenböden Teilen
  • Ein Brettchen und ein Messer zum Früchte schneiden und Schokolade hacken
  • Springformen in 24 cm, 18 cm und 12 cm. Ich hatte selbst keine in 12 cm, und habe hierfür einfach einen Tortenring auf meine gewünschte Größe eingestellt, fixiert und mit Backpapier umschlagen
  • Backpapier
  • Und natürlich einen Backofen und eine Herdplatte
  • Frischhaltefolie
  • Kuchenpappen zum Stapeln. Diese sollten beidseitig beschichtet und möglichst stabil sein
  • Ganz viele Strohhalme: Zum einen ganz dicke zum Stapeln und dann nochmals welche, um die frischen Blumen hineinzustecken – somit wird vermieden, dass die (oftmals gespritzten Blumen) Kontakt zur Torte haben
  • Winkelpalette
  • Tortenmesser
  • Tortenretter (wenn möglich für jede Etage)
  • Drehscheibe
  • Spritzbeutel
  • Küchenwaage
  • Ein hübscher Cake-Stand
  • Dekoration: Blumen passend zu Brautstrauß und Location sowie ein Cake-Topper

 

Teil I: Die Böden

Begonnen habe ich mit der Vorbereitung der Böden. Hierbei habe ich auf zwei Mal gebacken: Das eine Mal die beiden Böden für die beiden oberen Etagen und das andere Mal den Boden für die unterste Etage. Hierbei habe ich jeweils einen Teig mit 4 Eiern angeschlagen und diesen beim ersten Mal eben auf die beiden Formen verteilt. Das heißt, ihr müsst insgesamt Zutaten für Teig mit 8 Eiern einkaufen.

Wunderkuchen für entweder 1×24 oder 1×12 und 1×18

Zuerst werden die Backformen vorbereitet: Diese werden allerdings nicht an den Seiten gefettet, sondern lediglich am Boden mit Backpapier ausgelegt bzw. Tortenringe werden eingeschlagen. Dann den Backofen gut vorheizen, und zwar auf 170° Ober- und Unterhitze.

  • 200 g Zucker
  • Etwas geriebene Vanille oder Mark einer Vanilleschote
  • 4 Eier

Diese Zutaten werden in die Rührschüssel gegeben und mit dem Schneebesenrührer der Küchenmaschine etwa 10 Minuten schön schaumig aufgeschlagen.

  • 200 ml neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
  • 200 ml Milch

Vermischen und anschließend in die aufgeschlagene Ei-Zucker-Masse langsam einfließen lassen.

  • 300 g Mehl
  • 12 g Backpulver

Ebenfalls vermischen, sieben und per Hand oder mit dem Flachrüher-Aufsatz langsam unterheben.

Den fertigen Teig nun in die Backform einfüllen, bzw. gegebenenfalls auf die Backformen verteilen. Anschließend etwa 45-55 Minuten backen – Stäbchenprobe nicht vergessen. Auch am äußeren Rand sollte der Kuchen schön gebacken sein, denn ist der Teig hier zu weich, dann wird es schwer ihn schön Semi-Naked auszudekorieren (noch ein Grund, weshalb ich keinen Biskuit gewählt habe).

Wenn die Kruste nun also schön hellbraun-karamellig ist, kann er herausgenommen werden. Damit eventuelle Erhöhung des Tortenbodens in der Mitte nicht stören, wird er nun zum Abkühlen kopfüber auf ein mit Backpapier ausgelegtes Brett gestürzt. Ist er anschließend kalt, dann kann der Teig mit einem ungeriffelten Messer vorsichtig vom Rand gelöst werden – umso weniger dies krümelt, desto besser kann man in später dekorieren. Dann einmal auf Frischhaltefolie stürzen, das untere Backpapier abziehen und den Kuchen in die Frischhaltefolie einwickeln. Hier sollte er nun für ein paar Stunden oder gar über Nacht kühl ruhen.

Kurz vor dem Zusammensetzen der Torten müssen die Böden somit nur noch aus ihren Folien befreit werden und in je drei Schichten geschnitten werden.

 

Teil II: Buttercreme

Diese Buttercreme ist durch das aufgeschlagene Eiweiß und die schaumige Butter besonders weiß. Zudem ist sie leicht zu verarbeiten und schmeckt nicht ganz so butterig, wie beispielsweise amerikanische Buttercreme.

Ich habe das Rezept für meine Torte insgesamt zwei Mal angeschlagen, es müssen somit Zutaten für insgesamt 10 Eiweiß gekauft werden. Und ja, es bleiben unfassbar viele Eigelb übrig. Hierfür habe ich zwei Tipps: Zum einen, lässt sich aus einem Teil des übrigen Eigelbs wunderbar Carbonara machen und zum anderen führen einige große Lebensmittelhändler in der Eierabteilung inzwischen auch pures Eiweiß in Fläschchen. Die sind zwar theoretisch für Sportler gedacht, machen sich aber auch wunderbar für die Buttercreme.

 

Swiss-Meringue-Buttercreme: Portion für eine Rührschüssel

Zuerst auf der Herdplatte ein Wasserbad in einem Topf vorbereiten, bei welchem die später verwendete metallene Rührschüssel oder der Topf mit ihrem Boden nicht das Wasser berühren.

  • 150 g Eiweiß (entspricht etwa 5 Eiern)
  • 235 g Zucker (Wer will, kann hier teilweise etwas Vanillin-Zucker hinzugeben. Verwendet man aber richtige Vanille, so hat man schwarze Pünktchen)

Eiweiß und Zucker in eine metallene Rührschüssel oder in einen Topf geben. Diesen anschließend auf das vorbereitete Wasserbad hängen und mit einem Schneebesen rühren, rühren, rühren. Das Wasser vom Wasserbad darf hier ruhig richtig köcheln, die Eiermasse soll schließlich sterilisiert werden. Dies erfolgt bei etwa 70° Celsius und kann auch leicht ohne Lebensmittelthermometer gemessen werden: Man gibt einige Tropfen Eiklar-Zucker-Masse auf eine Fingerspitze und verreibt dies zwischen zwei Fingern. Fühlt sich das körnig an, dann hat sich der Zucker noch nicht ganz gelöst; fühlt es sich glatt und leicht klebrig an, so ist es perfekt.

Hat die Eiweiß-Zucker-Masse nun die passende Temperatur erreicht, so wird sie in der Küchenmaschine mit dem Schneebesenrührer kalt geschlagen. Hierbei soll das Eiweiß so richtig schön fluffig, weiß und stabil werden. Das hat bei mir meistens so um die 15 Minuten gedauert.

  • 425 g Butter in Stückchen; sehr, sehr weich

Ist die Eiweiß-Zucker-Masse nun kalt und stabil, dann kann vorsichtig und langsam die Butter hinzugegeben werden. Diese muss richtig weich – aber auch nicht flüssig – sein, damit sie vom Schneebesenrührer mit der Eimasse vermischt werden kann.

Ist die Buttercreme fertig, so kann sie bei Zimmertemperatur beiseitegestellt werden. Aber bitte nicht in den Kühlschrank, denn hier wird sie richtig fest!

 

Teil III: Die Füllungen

Unterste Etage: Schokoladenganache (in der Torte dann mit Himbeeren)

Diese Creme ist genau das Richtige für Schokoladenliebhaber! Zudem ist sie perfekt für die unterste Etage geeignet, da sie gut gekühlt richtig stabil wird und somit gut die oberen Etagen tragen kann.

  • 700 g Herbe-Sahne-Schokolade
  • 400 ml Sahne

Schokolade grob hacken. Sahne in einen Topf geben und aufkochen lassen. Den Herd auf unterste Stufe drehen, die Schokolade in die heiße Sahne geben und vorsichtig auflösen lassen. Anschließend auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, aber nicht in den Kühlschrank stellen. Ich habe diesen Fehler gemacht, und seitdem einen Silikonschaber mit Holzstiel weniger: Ganache 1; Schaber 0.

  • ZUDEM: 3-4 Hände voll Himbeeren (die tiefgefroren funktionieren super, da dadurch die Ganache direkt fester wird)

 

Mittlere Etage: Frischkäse-Thymian-Creme (in der Torte dann mit Mango)

  • Bio-Zitrone
  • 4-5 Stiele Thymian

Zuerst einmal die Zitronenschale abreiben und den Thymian waschen und fein hacken.

  • 80 g Zucker
  • 60 g San-Apart (entspricht etwa 6 Sahnesteif)

Danach werden Zucker und San-Apart gut miteinander vermischt.

  • 400 g Zucker
  • 300 g Mascarpone

In eine Rührschüssel geben und mit dem Schneebesenaufsatz von Rührgerät oder Küchenmaschine gut aufschlagen. Dabei langsam die Zucker-San-Apart-Mischung einrieseln lassen.

  • 200 g Doppelrahmfrischkäse

Ist die Sahne-Mascarpone-Masse schön stabil, wird der Frischkäse sowie die vorbereitete Zitronenschale und der Thymian ganz kurz untergerührt – aber nicht zu lange, denn sonst wird der Frischkäse gerne einmal flüssig.

  • ZUDEM: 1 Mango, geschält und in etwa 0,5 cm dicke Stück geschnitten

 

Obere Etage: Weiße-Schokoladen-Basilikum-Creme (später mit Erdbeeren)

  • 1 Handvoll Basilikum-Blätter
  • 80 g weiße Kuvertüre

Zuerst einmal Basilikum waschen und fein hacken, anschließend die Kuvertüre grob hacken und schmelzen.

  • 20 g Zucker
  • 30 g San-Apart

Danach werden Zucker und San-Apart gut miteinander vermischt.

  • 150 g Sahne
  • 200 g Mascarpone

In eine Rührschüssel geben und mit dem Schneebesenaufsatz von Rührgerät oder Küchenmaschine gut aufschlagen. Dabei langsam die Zucker-San-Apart-Mischung einrieseln lassen.

Abschließend noch die geschmolzene Schokolade und das gehackte Basilikum unterheben.

  • ZUDEM: 150 g Erdbeeren, gewaschen und in Scheiben geschnitten

 

Teil IV: Zusammensetzen und Füllen

Vorbereitungen:

  • Alle Böden in je drei Schichten teilen.
  • Je eine Tortenpappe für jede Etage zuschneiden.
  • Früchte vorbereiten: Himbeeren bereitstellen, Mango schälen und schneiden, Erdbeeren waschen und schneiden.
  • Swiss-Meringue-Buttercreme zubereiten und einen Teil in einen Spritz- oder Gefrierbeutel geben (Vorne dann etwa 1 cm breit aufschneiden).
  • Cremes zubereiten und bereitstellen.

Zusammensetzen:

  • Ein klein wenig Buttercreme auf eine Tortenpappe geben und somit den untersten Boden damit fixieren.
  • Ein klein wenig Buttercreme auf den Tortenretter geben und die Tortenpappe mit dem untersten Boden darauf geben.
  • Einen Buttercreme-Ring auf den Boden spritzen. Dieser darf gerne ein bisschen nach außen herausquillen und sollte etwa zwei Finger breit hoch sein.
  • Einen Teil der jeweiligen Cremefüllung mit der Winkelpalette auftragen: Hierbei stets darauf achten, dass die Füllung nicht höher ist, als der Buttercremering.
  • Die jeweiligen Früchte auf die Creme geben, leicht andrücken und mit Creme abdecken. Hierbei notfalls den Buttercremering erhöhen.
  • Zweiten Boden auflegen und genauso verfahren: Buttercremering, Creme, Früchte, Creme.
  • Dritten Boden auflegen.

Semi-Naked-Look

  • Dafür braucht ihr als „Werkzeug“ einen Topf voller heißem Wasser, Küchenpapier, ein Küchentuch und ein Tortenmesser / lange Palette oder eine Teigkarte. Nützlich ist zudem noch ein Drehteller.
  • Zudem wird die restliche Buttercreme einmal kurz über den Topf mit heißem Wasser gehalten, sodass die Creme richtig schön weich wird – aber bitte keinesfalls flüssig machen und langsam antesten.
  • Zuallererst wird nun die überstehende Buttercreme von den Buttercremeringen glattgestrichen: Dafür wird das Tortenmesser bzw. die Teigkarte aus Metall im heißen Wasser erwärmt, und einmal vorsichtig rings um die Torte gestrichen.
  • Falls zwischen den Böden noch Rillen bestehen, diese mit etwas Buttercreme auffüllen und ebenfalls leicht glattziehen.
  • Nun einmal die gesamte Torte dünn Crumb-Coaten: Dafür eine dünne Menge Buttercreme überall dort auftragen, wo sich bisher keine befindet und anschließend dünn abziehen. Hierbei nicht zu fest aufdrücken, da ansonsten der Teig angerissen wird und noch mehr Krümel enstehen. Die abgezogene Buttercreme kann nicht mehr weiterverwendet werden, da sie voller Krümel ist.
  • Nun kommt die Torte für etwa 1-2 Stunden in den Kühlschrank.
  • Nach der Kühlzeit wird die restliche Buttercreme wieder schön weich gemacht. Die Torte wird nun nochmals rundherum dünn eingestrichen und vorsichtig wieder mit dem heißen Tortenmesser abgezogen, sodass ein schöner Naked-Look entsteht.
  • Hierbei die Buttercreme auch bis zum oberen Rand hochziehen, sodass sie leicht übersteht. Wird diese überstehende Buttercreme dann mit der Winkelpalette nach innen gestrichen, entstehen schöne scharfe Kanten.
  • Danach kommt die Torte wieder in den Kühlschrank.

 

Teil V: Stapeln und Dekorieren

Stapeln

Ich habe die Torten nun über Nacht im Kühlschrank gelassen, da ich morgens die Torten zur Location bringen musste. Am nächsten Morgen habe ich:

  • Die beiden unteren Torten herausnehmen und eine 17 cm-Papier-Schablone auf der 24 cm Torte leicht nachfahren und eine 11 cm Schablone auf der 18 cm Torte. So wird erkenntlich, wo die oberen Torten auf jeden Fall sitzen werden.
  • In die Mitte dieser Kreise habe ich dann die ganz dicken Strohhalme gegeben. Hierfür einen Strohhalm mittig in die jeweilig Torte stechen, bis ganz unten durchdrücken und wieder herausnehmen.
  • Anhand von Buttercreme-Resten erkennt man nun, wie hoch die Torte ist. Nun müssen die weiteren Strohhalme ganz exakt auf diese Höhe zugeschnitten werden – denn sind sie unregelmäßig hoch, so wird die Torte schief!
  • Die zugeschnittenen Strohhalme können nun in die Torten: Ich habe 6 für die unterste Etage verwendet und 4 für die obere – jeweils 5 bzw. 3 in einem Ring und einen in der Mitte.
  • Die Torten dann bis zur Abfahrt bzw. zum Zusammensetzen kühl stellen.

Ich habe meine Torten erst vor Ort gestapelt, daher habe ich mir nun eine Kiste Torten-Stapel-und-Dekorier-Zubehör gepackt

  • Ein kleiner Topf
  • Eine Thermoskanne heißes Wasser
  • Küchenpapier und Küchentuch
  • Tortenmesser und Winkelpalette
  • Eine verschließbare Dose mit der restlichen Buttercreme
  • Verschiedene Strohhalme (Normale und Dicke)
  • Schere
  • Blumen für die Deko (diese habe ich vorher vorsichtig gewaschen und trocken getupft)
  • Cake-Topper
  • Cake-Stand

Nun erfolgte der möglichst vorsichtige Torten-Transport zur Location und dort habe ich dann schließlich gestapelt:

  • Zuerst das heiße Wasser in den Topf geben und das Tortenmesser erwärmen.
  • Mittig auf den Cake-Stand etwas Buttercreme geben.
  • Nun die unterste Torte inklusive der Pappe vom Kuchenretter lösen. Das wurde ja ganz am Anfang mit etwas Buttercreme festgeklebt, welche durch das heiße Messer wieder weich wird.
  • Mit Hilfe von Tortenmesser und Winkelpalette kann die unterste Etage jetzt auf den Cake-Stand gesetzt werden.
  • Auf die unterste Torte mittig etwas Buttercreme geben und die mittlere Etage vom Kuchenretter lösen.
  • Bevor nun die mittlere Etage auf die unterste gesetzt wird einmal schauen, welche Seite bei diesen Torten die jeweils schönste ist und sie demnach passend aufeinendersetzen.
  • Gleiches Verfahren abschließend auch mit der obersten Torte.
  • Nun die „schlechte“ / hintere Seite irgendwie markieren, beispielsweise mit einem Zahnstocher.
  • Die Torte hin und her drehen und begutachten, ob sie denn auch gerade geworden ist. Bei Bedarf die aufgesetzten Torten mit der Winkelpalette ganz vorsichtig leicht anheben und noch ein klein wenig Buttercreme hineinspritzen.

Dekorieren

Die Torte wieder zurecht drehen, sodass die Vorderseite vorne steht. Nun kann der schönste Teil beginnen, das Dekorieren:

  • Zuerst habe ich den Cake-Topper oben mittig aufgesetzt.
  • Anschließend habe ich meine Blumen vor mir ausgebreitet und mir überlegt, in welcher Reihenfolge ich sie am schönsten finde. Ganz große Blumen sollten beispielsweise immer nur an den untersten Etagen angebracht werden.
  • Dann habe ich die Blumenstiele relativ kurz abgeschnitten (5cm) und mit etwas grün in Strohhalme gegeben. Diese verhindern, dass die Blumen direkten Kontakt zum Lebensmittel haben.
  • Die Strohhalme anschließend schräg anschneiden, sodass sie spitz werden und sich leicht in die Torte drücken lassen. Nun die verschiedensten Blumen und Blätter an der Torte anbringen, bis diese so dekoriert ist, wie das euch gefällt. Wer mag, der kann auch frische Früchte zur Dekoration verwenden.

Nun habe ich die Torte ins Kühlhaus stellen lassen, habe meine sieben Sachen gepackt, habe mein schönstes Kleidchen angezogen und gehofft und gebangt, dass jetzt nicht noch irgendwas passiert. Doch glücklicherweise waren alle Sorgen unbegründet: Niemand ist auf die Torte gestürzt, das Kühlhaus ist auch nicht kaputt gegangen und sie ist auch nicht umgefallen. Und so stand sie nun nach der Trauung inmitten der Location und wartete auf ihren Anschnitt.

Hochzeitstorte selber backen

Teil VI: Fazit zum Selber-Backen einer dreistöckigen Hochzeitstorte

Auch wenn dieses Projekt viel Zeit und teilweise auch Nerven gekostet hat – aufgrund von sommerlichen Temperaturen und mehreren Stunden Dauereinsatz hat sogar meine Küchenmaschine gequalmt – so würde ich es, wenn ich die nötige Zeit dafür habe, jederzeit wieder machen. Denn es hat unfassbar viel Spaß gemacht und eine selbst gebackene Hochzeitstorte ist auch ein wunderbares Hochzeitsgeschenk – denn das kann das Brautpaar wirklich gebrauchen und es ist mit viel Liebe gemacht.

Wer auch am Überlegen ist, selber eine Hochzeitstorte zu backen, dem kann ich nur dazu raten. Es sollte jedoch auf jeden Fall Probe gebacken werden, sodass der Teig und die Buttercreme gut gehandhabt werden können. Die einzelnen Füllungen können jedoch leicht ersetzt werden, denn diese sind einfach nur nach meinem Geschmack gewählt. Hauptsache ist, dass die unteren Etagen stabil sind und ein wenig Gewicht tragen können.

Zeitplan zum selber Backen einer Hochzeitstorte:

Die Hochzeit war an einem Samstag und ich habe am Mittwoch mit den Vorbereitungen begonnen. Ich musste allerdings auch erst einmal zum Ort der Hochzeit fahren und mir die dort zur Verfügung gestellte Küche einrichten.

  • Mittwoch: Großeinkauf, Fahrt zum Ort des Geschehens und Einrichten der Leih-Küche
  • Donnerstag: Böden backen, in Folie einpacken und kühl stellen.
  • Freitag: Buttercreme zubereiten, Früchte schneiden, Cremes zubereiten, Böden schneiden, Torten füllen und Semi-Naked einstreichen.
  • Samstag: Strohhalme in die Torten geben, Fahrt zur Location, Stapeln, Dekorieren.

 

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